Geplante Sozialversicherungsbeiträge 2024

Änderungen zum 1. Januar 2024:

  • Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 11.09.2023 den Referentenentwurf der Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2024 veröffentlicht.
  • Der gesetzliche Mindestlohn soll zum 01.01.2024 auf 12,41 Euro und zum 01.01.2025 auf 12,82 Euro steigen (Vierter Beschluss und Vierter Bericht der Mindestlohnkommission).
    Das hat auch Auswirkungen auf die Geringfügigkeitsgrenze und den Übergangsbereich (früher Gleitzone).
    • Beim ab 01.01.2024 geplanten Mindestlohn von 12,41 Euro ergibt sich eine Geringfügigkeitsgrenze von 538 Euro.
    • Der Übergangsbereich würde ab 01.01.2024 von 538,01 Euro bis 2.000 Euro gehen.
  • Voraussichtliche Sachbezugswerte für 2024 liegen vor (Verordnungsentwurf zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung).
  • Referentenentwurf der Insolvenzgeldumlagesatzverordnung 2024 liegt vor. Umlagesatz für das Kalenderjahr 2024 soll bei 0,06% bleiben.

Beitragssätze zur Sozialversicherung 2024 Geplante Werte
Krankenversicherung
Beim allgemeinen Beitragssatz gibt es eine verbindliche Beitragsuntergrenze von 14,6 Prozent (Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,3 Prozent).
Beim ermäßigten Beitragssatz gibt es eine verbindliche Beitragsuntergrenze von 14,0 Prozent (Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 7,0 Prozent).
Den einkommensabhängigen Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer kann die Krankenkasse selbst festlegen.
Ab dem 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in gleichem Maße von Arbeitgebern und Beschäftigten bzw. bei Rentnern von Rentenversicherung und Rentnern getragen. Der bisherige Zusatzbeitrag wird damit paritätisch finanziert.
Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung ist für das Jahr 2023 auf 1,6 Prozent gestiegen. Er ist eine Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze (Mehr ...). Für 2024 könnte es eine weitere Steigerung geben. Die gesetzliche Krankenversicherung blickt auf ein gewaltiges Finanzloch.
Allgemeiner Beitragssatz
14,60% + X

Arbeitnehmer: 7,30% + X/2
Arbeitgeber: 7,30% + X/2
Ermäßigter Beitragssatz
14,0% + X

Arbeitnehmer: 7,00% + X/2
Arbeitgeber: 7,00% + X/2
Pflegeversicherung
Der gesetzliche Beitragssatz ist zum 1. Juli 2023 von 3,05 Prozent auf 3,4 Prozent gestiegen.
In Sachsen bestehen in der Pflegeversicherung bei der Beitragsverteilung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer Unterschiede zu den anderen Bundesländern. Die Arbeitnehmer zahlen in Sachsen einen höheren Anteil als die Arbeitgeber.
Eltern mit mehr als einem Kind werden entlastet. Der Beitrag wird ab dem zweiten Kind um 0,25 Prozent pro Kind gesenkt. Die Entlastung wird auf maximal 1,0 Prozent begrenzt. Ab dem fünften Kind bleibt es bei einer Entlastung in Höhe eines Abschlags von insgesamt bis zu 1,0 Prozent. Der Abschlag gilt nur bis zum Ablauf des Monats, in dem das jeweilige Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat.
Hier finden Sie die exakte Verteilung auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
3,40%
Arbeitnehmer: 1,70%
Arbeitgeber: 1,70%
Besonderheit in Sachsen:
Arbeitnehmer: 2,20%
Arbeitgeber: 1,20%
Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung
(kinderlose Versicherte, die das 23. Lebensjahr vollendet haben)
Den Beitragszuschlag trägt der Arbeitnehmer allein. Der Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung für Kinderlose ist zum 1. Juli 2023 von 0,35 Prozent auf 0,60 Prozent gestiegen.
Beitragssatz Arbeitnehmer mit Beitragszuschlag (außer Sachsen): 1,70% + 0,60% = 2,30%
Beitragssatz Arbeitnehmer mit Beitragszuschlag (nur in Sachsen): 2,20% + 0,60% = 2,80%
0,60%
Rentenversicherung
Mit dem Gesetz über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung vom 28.11.2018 wird der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung auf mindestens 18,6 und höchstens 20 Prozent begrenzt.
Auszug aus dem Rentenversicherungsbericht 2022: "In der mittleren Variante der Vorausberechnungen bleibt der Beitragssatz bis zum Jahr 2026 beim aktuellen Wert von 18,6 % stabil."
18,60%
Arbeitnehmer: 9,30%
Arbeitgeber: 9,30%
Knappschaftliche Rentenversicherung
Die Arbeitnehmer zahlen den gleichen Prozentsatz, wie in der allgemeinen Rentenversicherung. Die Arbeitgeber müssen den Rest bezahlen. Es besteht also keine Gleichverteilung in der Knappschaftlichen Rentenversicherung.
24,70%
Arbeitnehmer: 9,30%
Arbeitgeber: 15,40%
Arbeitslosenversicherung
Ab 2023 beträgt der Beitragssatz 2,6 Prozent.
2,60%
Arbeitnehmer: 1,30%
Arbeitgeber: 1,30%
Insolvenzgeldumlage
Umlagepflichtig sind grundsätzlich alle Arbeitgeber. Den Beitrag trägt der Arbeitgeber allein.
Ab dem Jahr 2022 beträgt der gesetzliche Umlagesatz wieder 0,15 Prozent. Die Voraussetzungen für einen niedrigeren Umlagesatz für das Jahr 2024 liegen vor.
Der Umlagesatz für das Kalenderjahr 2024 soll bei 0,06% bleiben (Referentenentwurf der Insolvenzgeldumlagesatzverordnung 2024).
0,06%

Übersicht Beitragsbemessungsgrenzen und Bezugsgrößen in der Sozialversicherung 2024 (geplante Werte)

Beitragsbemessungsgrenzen 2024 Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Kranken- und Pflegeversicherung (jährlich) 62.100,00 € 62.100,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung (monatlich) 5.175,00 € 5.175,00 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung (jährlich) 90.600,00 € 89.400,00 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung (monatlich) 7.550,00 € 7.450,00 €
Knappschaftliche Rentenversicherung (jährlich) 111.600,00 € 110.400,00 €
Knappschaftliche Rentenversicherung (monatlich) 9.300,00 € 9.200,00 €
Bezugsgrößen 2024 Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Kranken- und Pflegeversicherung (jährlich) 42.420,00 € 42.420,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung (monatlich) 3.535,00 € 3.535,00 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung (jährlich) 42.420,00 € 41.580,00 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung (monatlich) 3.535,00 € 3.465,00 €

Weitere Werte in der Sozialversicherung 2024 (geplante Werte)

Jahresarbeitsentgeltgrenzen (bundeseinheitlich) Jahresarbeitsentgeltgrenze
Allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze 69.300,00 €
Besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze 62.100,00 €
Freiwillige Versicherung in der Krankenversicherung (bundeseinheitlich; monatlich)  
Regelbemessungsgrenze - hauptberuflich Selbständige
identisch mit der Beitragsbemessungsgrenze
5.175,00 €
Mindestbemessungsgrundlage - allgemein
Als beitragspflichtige Einnahmen gilt für den Kalendertag mindestens der neunzigste Teil der monatlichen Bezugsgröße (§ 240 Abs. 4 SGB V).
3.535,00 / 90 * 30 = 1.178,33
1.178,33 €
Geringverdiener (bundeseinheitlich) Geringverdiener
Geringverdienergrenze (monatlich) 325,00 €
Familienversicherung Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse
Gesamteinkommensgrenze für den Anspruch auf Familienversicherung (monatlich)
ein Siebtel der Bezugsgröße (3.535,00 € / 7)
505,00 €
Gesamteinkommensgrenze für den Anspruch auf Familienversicherung, wenn das Familienmitglied geringfügig entlohnt ist (monatlich)
Ein überwiegen des Arbeitsentgelts aus der geringfügigen Beschäftigung ist nicht notwendig. Mit Wirkung ab 1. Oktober 2022 ist wieder ein regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen bis zur Geringfügigkeitsgrenze zulässig.
Der gesetzliche Mindestlohn soll zum 01.01.2024 auf 12,41 Euro steigen (Mindestlohnkommission Sitzung vom 26. Juni 2023). Die Geringfügigkeitsgrenze würde ab 01.01.2024 auf 538 Euro steigen.
538,00 €
Geringfügigkeit (bundeseinheitlich) Geringfügige Beschäftigungen
Geringfügigkeitsgrenze (monatlich)
Bei der Geringfügigkeitsgrenze (bis 30.09.2022 450 Euro) erfolgt ab 01.10.2022 eine Kopplung an den Mindestlohn. Die Minijob-Grenze wird damit eine dynamische Grenze, die bei einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns steigt. Bei dem ab 1. Oktober 2022 geltenden Mindestlohn von 12 Euro ergeben sich 520 Euro als Geringfügigkeitsgrenze.
Bei dem ab 01.01.2024 geplanten Mindestlohn von 12,41 Euro ergibt sich eine Geringfügigkeitsgrenze von 538 Euro.
538,00 €
Mindestbemessungsgrundlage in der Rentenversicherung für geringfügig Beschäftigte (bei Wahl der Rentenversicherungspflicht) 175,00 €
Mindestbeitrag in der Rentenversicherung für geringfügig Beschäftigte bei Rentenversicherungspflicht (175,00 € * 18,6%). 32,55 €
Gleitzone / Übergangsbereich (bundeseinheitlich) Übergangsbereich (früher Gleitzone)
Gleitzonenbeginn (monatlich)
Die geplante Anhebung des Mindestlohns auf 12,41 Euro hat auch Auswirkungen auf die Geringfügigkeitsgrenze und den Übergangsbereich (früher Gleitzone). Die Geringfügigkeitsgrenze würde ab 01.01.2024 auf 538 Euro steigen.
538,01 €
Gleitzonenende (monatlich) 2.000,00 €
Sachbezugswerte (bundeseinheitlich) Sachbezugswerte
Sachbezugswert für freie Verpflegung (monatlich) 313,00 €
Sachbezugswert Frühstück monatlich 65,00 €
Sachbezugswert Mittagessen monatlich 124,00 €
Sachbezugswert Abendessen monatlich 124,00 €
Sachbezugswert Frühstück kalendertäglich 2,17 €
Sachbezugswert Mittagessen kalendertäglich 4,13 €
Sachbezugswert Abendessen kalendertäglich 4,13 €
Sachbezugswert für freie Unterkunft (monatlich) 278,00 €

Gesetzlicher Mindestlohn 2024

Der gesetzliche Mindestlohn wurde am 1. Oktober 2022 auf 12 Euro angehoben.
Der gesetzliche Mindestlohn soll zum 01.01.2024 auf 12,41 Euro und zum 01.01.2025 auf 12,82 Euro steigen (Mindestlohnkommission Sitzung vom 26. Juni 2023).
Das hat auch Auswirkungen auf die Geringfügigkeitsgrenze und den Übergangsbereich (früher Gleitzone).

Die Geringfügigkeitsgrenze würde ab 01.01.2024 auf 538 Euro steigen.
Ab 01.01.2025 wären es dann 556 Euro (Berechnung der Geringfügigkeitsgrenze).
Der Übergangsbereich würde ab 01.01.2024 von 538,01 Euro bis 2.000 Euro gehen.
Ab 01.01.2025 geht der Bereich von 556,01 Euro bis 2.000 Euro


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