Gesetzliche Mindestlöhne in anderen Staaten

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22 der 28 EU-Mitgliedstaaten verfügen über einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn.
Deutschland hat ab 01.01.2015 einen gesetzlichen Mindestlohn..

Mindestlöhne gibt es auch in der USA, Kanada, Argentinien, Brasilien, Australien, Neuseeland, Japan, Korea und der Türkei.

Mindestlöhne in der Europäischen Union (Stand 01.01.2018)

Land   Euro pro Stunde Bemerkungen
Luxemburg 11,55 unqualifizierte Arbeitnehmer, die das 18. Lebensjahr vollendet haben
qualifizierte Arbeitnehmer erhalten einen Zuschlag von 20%
von 17 bis 18 Jahren gelten nur 80%
Frankreich 9,88  
Niederlande 9,68 Arbeitnehmer ab 22 Jahren
Der niederländische gesetzliche Mindestlohn ist wie bisher ein Monatslohn und kein Stundenlohn.
Der rechnerische Mindestlohn pro Stunde ergibt sich aus der i.d.R. tarifvertraglich geregelten wöchentlichen Arbeitszeit. In Bereichen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 36 oder 38 Stunden ist der rechnerische Stundenlohn höher als in den Bereichen, in denen die wöchentliche Arbeitszeit 40 Stunden beträgt.
Irland 9,55  
Belgien 9,47 für Beschäftigte über 21 Jahre
Deutschland 8,84  
Großbritannien 8,56 National Living Wage für Arbeitnehmer ab 25 Jahren.
Umrechnung in Euro anhand des Durchschnittskurses des Jahres 2017
Ohne die massive Abwertung des britischen Pfundes gegenüber dem Euro in den letzten beiden Jahren würde der britische Mindestlohn heute bei 10,33 Euro liegen.
Das Vereinigte Königreich bleibt rechtlich gesehen bis zum Abschluss der Austrittsverhandlungen Mitglied der Europäischen Union und zwar mit allen Rechten und Pflichten, die sich daraus ableiten.
Mit dem Referendum am 23.06.2016 wurde der Austrittsprozess aus der Europäischen Union in Gang gesetzt.
Slowenien 4,84  
Spanien 4,46  
Malta 4,31  
Portugal 3,49  
Griechenland 3,39  
Estland 2,97  
Polen 2,85 Umrechnung in Euro anhand des Durchschnittskurses des Jahres 2017
Tschechien 2,78 Umrechnung in Euro anhand des Durchschnittskurses des Jahres 2017
Slowakei 2,76  
Kroatien 2,66 Umrechnung in Euro anhand des Durchschnittskurses des Jahres 2017
Ungarn 2,57 Umrechnung in Euro anhand des Durchschnittskurses des Jahres 2017
Lettland 2,54  
Rumänien 2,50 Umrechnung in Euro anhand des Durchschnittskurses des Jahres 2017
Litauen 2,45  
Bulgarien 1,57 Umrechnung in Euro anhand des Durchschnittskurses des Jahres 2017

Quelle: WSI-Mindestlohnbericht 2018

In den restlichen 6 Ländern der EU (Österreich, Dänemark, Italien, Finnland, Schweden und Zypern) gibt es keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Nur in "Nordzypern" (seit 1974 ist der Nordteil der Insel durch die Türkei besetzt) gibt es wie in der Türkei einen Mindestlohn.

In den nicht zur EU gehörenden Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein gibt es auch keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn.

Die Schweizer haben sich bei einer Volksabstimmung am 18.05.2014 mit großer Mehrheit gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ausgesprochen. Die Initiative verlangte einen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde (ca. 18 Euro).

In den USA gibt es schon seit 1938 einen gesetzlichen Mindestlohn. Damals lag er bei 0,25 Dollar pro Stunde. Seit dieser Zeit wurde er mehrfach erhöht. Im Jahr 1997 wurde er von der Clinton Regierung auf 5,15 Dollar pro Stunde festgelegt. Die nächste Erhöhung des Mindestlohns erfolgte erst im Jahr 2007. Das geschah in drei Schritten (2007, 2008 und 2009). Seit 2009 liegt der Mindestlohn nun bei 7,25 Dollar pro Stunde. Das ist natürlich ein übler Hungerlohn (6,42 Euro bei Umrechnung in Euro zum Jahresdurchschnittskurs 2017).
Neben dem bundesgesetzlichen Mindestlohn bestehen in zahlreichen Bundesstaaten weitere Mindestlohngesetze mit Löhnen über dem gesamtstaatlichen Niveau.

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