Durchschnittssteuersatz und Grenzsteuersatz

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Da das deutsche Steuersystem die Inflation nicht berücksichtigt, steigt mit jeder Erhöhung des Bruttolohns die Einkommensteuer stärker als das Einkommen selbst. In Zeiten stark steigender Preise sorgt dieser Effekt dafür, dass das Realeinkommen sinkt. Die Gehaltserhöhung muss deutlich über der Inflationsrate liegen, wenn nach der schleichenden Steuererhöhung etwas übrig bleiben soll.

Wie stark ein Einkommen mit Einkommensteuer belastet wird, hängt vom jeweiligen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz ab.

Grenzsteuersatz

Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welchem Prozentsatz ein zusätzliches Einkommen besteuert wird. Er bezeichnet damit den Steuersatz, mit dem der jeweils nächste Euro der Steuerbemessungsgrundlage belastet wird.

2019 und2020

In der folgenden Abbildung sehen Sie den Verlauf des Grenzsteuersatzes in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen für 2019. Darin eingearbeitet wurden die Veränderungen für 2020.
Der Deutsche Bundestag hat am 8. November 2018 eine steuerliche Entlastung von Familien beschlossen (Gesetzentwurf zur steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen - Familienentlastungsgesetz). Das Gesetz stand auf der Tagesordnung der 972. Sitzung des Bundesrates am 23.11.2018. Der Bundesrat hat zugestimmt. Das Familienentlastungsgesetz wurde am 06.12.2018 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Um Familien zu entlasten, wird das Kindergeld pro Kind ab 01.07.2019 um 10 Euro pro Monat erhöht. Zudem steigt der steuerliche Kinderfreibetrag für 2019. Der Kinderfreibetrag wird für 2020 erneut erhöht, um der zum 01.07.2019 vorgenommenen Kindergelderhöhung zu entsprechen, die sich im Jahr 2020 mit insgesamt 120 Euro pro Kind erstmals auf das gesamte Jahr auswirkt. Zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums und zum Ausgleich der kalten Progression werden außerdem der Grundfreibetrag angehoben und die Eckwerte des Einkommensteuertarifs für die Veranlagungszeiträume 2019 und 2020 nach rechts verschoben.

 
2017 und2018

In der folgenden Abbildung sehen Sie den Verlauf des Grenzsteuersatzes in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen für 2017. Darin eingearbeitet wurden die Veränderungen für 2018.
Der Bundesrat hat in seiner 952. Sitzung am 16. Dezember 2016 beschlossen, dem "Gesetz zur Umsetzung der Änderungen der EU-Amtshilferichtlinie und von weiteren Maßnahmen gegen Gewinnkürzungen und -verlagerungen" zuzustimmen. Die Anpassungen des Einkommensteuergesetzes und des Bundeskindergeldgesetzes wurden in dieses Gesetzespaket aufgenommen.
Damit steigt in den Jahren 2017 und 2018 der steuerliche Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag, das Kindergeld und der Kinderzuschlag. Durch eine Rechtsverschiebung aller Eckwerte des Einkommensteuertarifs wird die sogenannte kalte Progression ausgeglichen.

 
2010 bis 2016

 
In der folgenden Abbildung sehen Sie den Verlauf des Grenzsteuersatzes in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen für die Jahre 2010 bis 2012. Darin eingearbeitet wurden die Veränderungen der Jahre 2013 bis 2016.
Die Tarifformel des Einkommensteuertarifs hat sich 2011 und 2012 nicht geändert. Somit gelten für 2010 bis 2012 die gleichen Werte.
2013 und 2014 kommt es nur zu einem Anstieg des Grundfreibetrags.
Die Anpassung des gesamten Tarifverlaufs, die den Effekt der kalten Progression beschränken sollte, wurde nicht erreicht.
Mit Beginn des Jahres 2015 gab es keine Änderungen. Sowohl der Grundfreibetrag als auch der Kinderfreibetrag müssen aber ab dem Veranlagungsjahr 2015 erhöht werden (Zehnter Existenzminimumbericht). Das Bundeskabinett hat einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Anhebung des Grundfreibetrages, des Kinderfreibetrages, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags am 25.3.2015 beschlossen.
Der Bundesrat hat am 10. Juli 2015 dem Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags zugestimmt. Durch Änderungen beim Einkommensteuertarif soll ab 2016 der Effekt der "kalten Progression" abgemildert werden. (Einkommensteuertarif 2015 und 2016).
Die durch die Anhebung des Grundfreibetrags eintretende Entlastung für 2015 wurde zusammengefasst bei der Lohnabrechnung für Dezember 2015 berücksichtigt. Damit sollten Bürokratiekosten vermieden werden, die sonst durch die Änderung der einzelnen Lohnabrechnungen entstehen würden.

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Durchschnittssteuersatz

Der Durchschnittssteuersatz gibt das Verhältnis zwischen Steuerbetrag und Bemessungsgrundlage (zu versteuerndes Einkommen) an.

Je größer das zu versteuernde Einkommen, desto mehr nähert sich der Durchschnittssteuersatz dem Spitzensteuersatz von 45% an.

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 1.000.000 Euro beträgt die Einkommensteuer:

Einkommen von 1.000.000 Euro Einkommensteuer Durchschnittssteuersatz Grenzbelastung
2010 - 2012 434.306 Euro 43,43% 45,00%
2013 434.282 Euro 43,43% 45,00%
2014 434.239 Euro 43,42% 45,00%
2015 434.216 Euro 43,42% 45,00%
2016 433.972 Euro 43,40% 45,00%
2017 433.835 Euro 43,38% 45,00%
2018 433.562 Euro 43,36% 45,00%
2019 433.259 Euro 43,33% 45,00%

Die Berechnung erfolgt mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministerium der Finanzen.

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 10.000.000 Euro beträgt die Einkommensteuer:

Einkommen von 10.000.000 Euro Einkommensteuer Durchschnittssteuersatz Grenzbelastung
2010 - 2012 4.484.306 Euro 44,84% 45,00%
2013 4.484.282 Euro 44,84% 45,00%
2014 4.484.239 Euro 44,84% 45,00%
2015 4.484.216 Euro 44,84% 45,00%
2016 4.483.972 Euro 44,84% 45,00%
2017 4.483.835 Euro 44,84% 45,00%
2018 4.483.562 Euro 44,84% 45,00%
2019 4.483.259 Euro 44,83% 45,00%
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